das ritual in der vollmond-nacht
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die Macht des Rituals

Wann entfaltet sich die Macht des Rituals?

Vielleicht kennt ihr das aus Abenteuerfilmen:

Im Dschungel liegt ein dunkelhäutiger Mensch krank auf dem Boden. Er ist schweißgebadet und stöhnt. Um ihn herum tanztein schreiender Medizinmann mit Maske, begleitet von dumpfen Trommelklängen. Manch einer fast sich angesichts dieser Praktiken womöglich an den Kopf und lästert über solche “primitiven Wilden“, die anscheinend nur wilde Zeremonien veranstalten, anstatt dem Kranken eine Tablette zu geben. Dabei sollte man aber bedenken: das ganze findet in der Wildnis statt und schließlich hat auch der Eingeborenen-Stamm die letzten paar tausend Jahre überlebt.

Heute erlebt der Schamanismus auch in den Industrieländern eine gewisse Renaissance.

Aber was ist von solchen Ritualen zu halten?

ein Medikament – verschiedene Wirkung

Wie ihr sicher schon bemerkt habt, wirkt nicht jedes verordnete Medikament bei einem kranken Patienten gleich. Bei dem einen wirkt es schnell, beim anderen langsamer und bei manchen vielleicht gar nicht. Wie kann das sein, bei einem chemisch genau determinierten Stoff? Auch bei alternativen Heilmitteln hören wir von unterschiedlichen Erfolgsberichten. Wieso? Wenn ihr bereits den Beitrag über Selbstheilungskräfte gelesen habt, bekommt ihr womöglich eine leise Ahnung davon, was dahinter stecken könnte. Es kommt nicht nur auf den Wirkstoff an, sondern auch darauf, ob und wie dieser vom Körper“ aufgenommen“ wird.

das Ambiente

Sicher konntet ihr schon Erfahrungen darüber sammeln, wie wichtig eine gute Betreuung und die Atmosphäre für den Genesungsprozess ist. So gibt es Krankenhäuser mit angenehmem Ambiente und welche mit düsterer, steriler Ausstrahlung. Privatpatienten kommen zuweilen in den Genuss von Einzelzimmern mit intensiver Betreuung, andere müssen in mies ausgestatteten Mehrbettzimmer ausharren. Manchmal wird der Morgen von dem Lächeln einer attraktiven Krankenschwester versüßt oder die Stimmung von einem gelangweilten Arzt versaut.

Meine Mutter hat mir als Kind empfohlen, zum heiligen Antonius zu beten.

der Unterschied

All das spielt eine wichtige Rolle für den Genesungsprozess, all das hat enormen Einfluss auf unsere Selbstheilungskräfte. Manchmal werde ich gefragt, welche Heilmethode besser ist. Schon oft habe ich dazu geantwortet, dass es nicht so sehr auf die Methode ankommt, sondern vor allem darauf wie diese ausgeführt wird.

Ich möchte dies mal an dem Beispiel der Homöopathie näher erläutern:

  • mittlerweile gibt es viele Bücher oder Computerprogramme über Homöopathie. Man tippt auf das Symptom und findet dazu gleich das passende homöopathische Mittel, fertig? Und wenn’s nicht klappt probiert man es eben mit Bachblüten oder Schüsslersalzen aus. (Selbstmedikation kann manchmal auch zur “Selbstverarschung“ führen.)
  •  Das ist nicht das gleiche wie wenn uns eine vertraute, in der Anwendung erfahrene Person, das Mittel individuell von Hand zubereitet, so wie es zum Beispiel Samuel Hahnemann tat. Er war ein erfahrener Arzt, nahm viele Mittel selbst ein, testete die Wirkung und machte zahlreiche Notizen über die Symptome sowie den Heilungsprozess. Während seiner Tätigkeit Ende des 18. Jahrhunderts beschäftigte er sich intensiv mit seinen Patienten und stellte die homöopathischen Potenzen selbst her. Heute können viele von uns nur noch erahnen, welch Aufwand es ist, solche „Potenzen“ ohne Maschinen selbst zuzubereiten. Die Gespräche mit den Patienten hatten für Hahnemann ebenfalls einen hohen Stellenwert. So sagte mir mal eine Homöopathin, sie eruiere die homöopathischen Mittel erst nach ausführlicher Anamnese von mindestens 3 Stunden. Eine gute Therapie beruht auf drei Säulen: dem Mittel, der Beziehung zum Patienten und der Ausstrahlung des Therapeuten.

alte Heilmethoden

Habt ihr schon in alten Büchern über Heilkunde geschmökert? Manchmal findet man darin für uns heute merkwürdig erscheinende Anleitungen wie: „sich Heilkräuter von einer Jungfrau in einer Vollmondnacht“ pflücken zu lassen. Bestimmt habt ihr schon Märchenfilme gesehen, in denen alte schrumpelige Hexen ekelhafte Gebräue mit Rattenschwänzen, Schlangenköpfen und Krötenschenkeln in düsteren Hexenhäuschen herstellten.

Ich selbst habe vor einigen Jahren in Nepal erlebt, wie ein Heiler inmitten einer Menschenmenge einen Sud aus Vogelköpfen, Skorpionen, Fröschen und Schlangenhaut zum Verkauf anbot und dabei rasenden Absatz fand. Zunächst war ich darüber erschrocken, dann erkannte ich aber den Sinn der dahinter steckte. Es ging um die Beschäftigung mit dem Schatten, dem “ Negativen“, der dunklen Kehrseite in uns selbst. Ich habe bereits im Beitrag über Polarität darüber geschrieben.

Während einer Erkrankung befinden wir uns in einer schwachen Phase. Zur Genesung müssen wir einen Heilungsprozess initiieren. Dazu hilft uns ein Mittel, eine vertraute Person und ein heilender Vorgang, das Ritual. Das passende Ritual ist individuell verschieden, wichtig ist nur dass es die Selbstheilungskräfte in uns aktiviert, neue Perspektiven öffnet und Zuversicht erzeugt!

Welches Ritual hilft dir?

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