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Krebs

Was ist Krebs ?

als Krebs bezeichnet man eine bösartige Gewebeneubildung (Neoplasie), das sind im wesentlichen Karzinome, Sarkome und Hämoblastosen. Eine außergewöhnliche Krankheit!

Wieso werden so viele Menschen von dieser Krankheit heimgesucht?

Wie kann eine Heilung erfolgen?

Da immer mehr Menschen von dieser Krankheit heimgesucht werden und es häufig zu bitteren Schicksalsschlägen kommt, möchte ich ihr diesen Beitrag widmen. Doch zunächst die Frage: wo her kommt eigentlich die Bezeichnung Krebs (englisch „cancer“)?

geschichtliche Hintergründe

Hippokrates bezeichnete um 400 v.Chr. ein Brustgeschwür als „karkinos“ (Krebs), weil ihn die Anschwellung mit den abgespreizt ausgelaufenen Blutgefäßen an einen Krebs erinnerte. Der Name hat sich wohl deshalb auch durchgesetzt, weil man lange nicht viel über diese Krustentiere wusste. Man kann sie zwar an Land krabbeln sehen, beim näher kommen, verschwinden sie aber schnell in den Weiten des Ozeans und sind dann für uns nicht mehr sichtbar. So wie das Krebstier im Verborgenen des Urmeeres verschwunden ist, so geheimnisvoll ist auch die Krankheit Krebs.

Interessanterweise war diese Krankheit bis ins 19. Jahrhundert eine seltene Kuriosität über die im Gegensatz zu Pest, Tuberkulose, Cholera etc. sehr wenig berichtet wurde. Dagegen ist Krebs heutzutage ein Phänomen, das fast jede Familie heimsucht und zu großem Leid führt, während die Massenkrankheiten Mittelalters in unserer Zeit kaum noch relevant sind.

Aber was ist das Besondere an Krebs?

Während zum Beispiel Tuberkulose und andere bekannte Krankheiten durch Bakterien verursacht werden, sind bei Krebs keine Mikroorganismen, also keine Kräfte von außen am Werk. Es handelt sich um eine Fehlsteuerung unserer eigenen Körperzellen, also um ein Problem, das von i n n e n kommt. Bei den meisten anderen Krankheiten haben wir es mit einem evolutionären Wettkampf -gemäß der Darwinschen Selektion- zu tun. (Der stärkere Organismus wird sich durchsetzen, der schwächere wird sterben.) D.h. bei einer Infektionskrankheit gewinnt entweder der Mensch (wenn er wieder gesund wird) oder der Mikroorganismus, der sich dann vermehrt und dadurch noch mehr Personen befallen kann. Beim Krebs ist das anders. Krebs ist nicht “ansteckend“. Stirbt aber der Mensch an Krebs, geht auch das „Krebsgeschwür“ zu Grunde. Es gibt keine Gewinner sondern nur Verlierer! Niemand überlebt!

Was ist geschehen?

Im gesunden Körper verrichten die Zellen ihre Arbeit, werden alt, sterben und werden durch neue ersetzt. Das ganze System ist im Gleichgewicht! Aber Krebszellen sind entartet. Sie sind aus dem Staatenverbund des Körpers ausgetreten, haben ihre eigene zerstörerische Dynamik entwickelt. Sie wachsen ungehemmt (wuchern), werden recht groß, haben viel Hunger (hoher Kalorienbedarf) ohne eine brauchbare Leistung für den Körper zu verrichten. Sie vermehren sich zu schnell und wollen nicht sterben. Das führt z.B. dazu, dass sich ein Tumor bildet, der viel Platz braucht, Organe verdrängt, in diese eindringt und mehr und mehr den brav funktionierenden (gesunden) Körperzellen die Existenzgrundlage entzieht.

monoklonale Verbreitung

Oft war es nur eine einzige Zelle, deren Erbgut sich verändert hat (Mutation) und die Krankheit ausgelöst hat (monoklonale Population).

So ähnlich wie bei Selbstmord-Attentätern. Da ist ein Idiot aus dem Staatssystem (Körpersystem) ausgetreten und hat sich mit Waffen aufgerüstet, mit dem Ziel, sich in Szene zu setzen und die Gesellschaft zu zerstören. Die Polizei (das Immunsystem) konnte ihn leider nicht identifizieren. Inzwischen hat er in Sympathisanten seine krankhaften Vorstellungen eingeimpft, sie mobilisiert und eine Gruppe (Geschwür) gegründet. Das Ziel der Gruppe ist ungehemmtes Wachstum mit Bildung von Splittergruppen (Metastasen) sowie die totale Zerstörung, die Apokalypse. Hier findet keine Evolution statt! Es geht um das maximale Ich-Erleben, es werden keine anderen Meinungen zugelassen, es findet keine (biologisch sinnvolle) Produktion statt.


So wie der Terrorismus ist auch die Krebserkrankungen ein Phänomen der Moderne.


Im Prinzip ist einem zuvor angepassten Körperteil (Zelle) vor lauter Unzufriedenheit der Kragen platzt, es ist zum Amokläufer geworden (mutiert). Dieser Amokläufer kam in seiner Umgebung (Zellverbund) nicht mehr zurecht, er fühlte sich nicht genug beachtet, nicht gehört. Er war eine kleine Nummer im großen (Körper-)System, jetzt aber ist er eine für die ganze Gesellschaft (den ganzen Körper) gefährliche Bombe (Tumor), auf die jetzt alle achten müssen. Nun ist er extrem wichtig geworden, weil gefährlich, fast alles dreht sich nur noch um ihn -genauso wie beim Krebs. Nicht mehr das große Ganze (der vielzellige Körper) hat Priorität, sondern von nun an diese eine Zelle, die zu einem Egoisten mutiert ist, einem Individuum, welches sich ohne Rücksicht auf Verluste in seinem Wahn hemmungslos vermehrt ungeachtet des eigenen Untergangs. Wie der Terrorismus kann der Krebs nichts hervorbringen, was Zukunft hat!

Mutation

Wie ich bereits in anderen Artikeln erwähnt habe ist die Entstehung einer Mutation (und Krebszellen) ein natürlicher Prozess. Generell finden in der Natur alle möglichen Prozesse statt, egal ob effektiv oder nicht. So sind auch Mutationen in unseren Körperzellen und damit die Entstehung von Krebszellen nichts ungewöhnliches. Zwar gibt es Umwelteinflüsse wie Chemikalien, Strahlung und Onkoviren die Mutationen fördern, aber normalerweise wird das Immunsystem mit dem Problem fertig. Solche veränderte Zellen, die dem Körper nicht dienlich sind, werden vom Immunsystem erkannt und einfach aufgefressen. Bei Krebskranken hat dieses Aussortieren aus irgendwelchen Gründen aber nicht funktioniert. Die Folge ist dann eine schnelle Vermehrung der Krebszellen.

Wie entsteht nun die Erkrankung?

Was brauchen wir, um an Krebs erkranken?

1)   einen potentiellen Amokläufer, also eine mutierte Zelle.

2)   ein desolates Staatssystem, also einen geschwächten Körper

zu 1)  wie bereits erwähnt, kommen Zellmutationen immer wieder vor (auch bei gesund lebenden Menschen.) Aber einige Umweltfaktoren können die Zahl der Zellmutationen begünstigen. Seit längerem bekannt ist die Gefahr durch radioaktive Strahlen (Gamma-Strahlen), möglicherweise fördern auch andere Strahlen/Wellen und die magnetischen Felder von Hochspannungsleitungen Zellmutationen. Weiterhin gibt es eine ganze Reihe von chemischen Stoffen mit mutagener Wirkung. Hier möchte ich besonders die Nitrosamine (aus gegrillten Fleischwaren), die polizyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe PAK (aus Verbrennungsprozessen) und die halogenierten Kohlenwasserstoffe erwähnen.

zu2)  mit einem geschwächten Körper -wichtig!- meine ich nicht eine kurzfristige Erschöpfung nach dem Sport oder harter körperlicher Arbeit. Das führt vorübergehend zwar auch zu einer Schwächung aber dabei fangen wir uns höchstens mal eine Erkältung oder eine Sehnenentzündung ein. Hier ist eine längerfristige chronische Schwächung gemeint, ein immer wieder sich über Monate oder Jahre hinziehender Prozess. Eine Schwächung, die aus einer Unzufriedenheit entstanden ist, aus nicht bewusst gelebten Gefühlen. Da das zunächst sehr pauschal klingt, möchte ich im Folgenden

ein Beispiel geben:

„Ich bin unzufrieden mit meinem Partner, der nervt mich dauernd, setzt mich über die Kinder unter Druck, macht immer wieder die gleichen Fehler, geht nicht auf meine Bedürfnisse ein, sexuell läuft nichts mehr. Eigentlich könnte ich aus der Haut fahren und vor Wut explodieren. Aber ich muss mich zurückhalten, wegen der Kinder, der Verwandtschaft, den Nachbarn und dem noch nicht abbezahlten Haus. Ich könnte vor Ärger platzen, aber das darf nicht sein. Ich muss mich kontrollieren, meine Nerven sind angespannt. Um mich beherrschen zu können, muss ich mich betäuben, meinen Gefühlen zu einem Ausgleich verhelfen. Das geht am besten mit Alkohol, ohne ihn kann ich nicht mehr einschlafen.

Am nächsten Morgen bin ich dann platt. Ohne Kaffee kriege ich meinen Hintern nicht mehr hoch. Wenn mich in der Firma dann wieder der Chef „zur Sau macht“, weil ich mit meiner Arbeit in Verzug bin, muss ich erstmal tief durchatmen, um mich wieder zu spüren. Das geht nur mit einer Zigarette. In der Mittagspause muss ich schnell noch die Bank anrufen, wegen dem Kredit fürs Haus. Oje, die Pause ist ja fast schon wieder um, also Zack-Zack in die Kantine und schnell noch die Currywurst mit Pommes reinschaufeln. Jetzt habe ich aber einen Klotz im Bauch. Zur Verdauung brauche ich nochmal einen Kaffee und eine Zigarette. Dann nach Feierabend schnell nachhause rasen und die nörgelnden Kinder zum Fußballtraining bzw. Klavierunterricht bringen… Und ständig werde ich nur kritisiert, weil ich alles nicht gut genug mache. Meinen Interessen und meinen alten Hobbies kann ich nicht mehr nachgehen. Meine Bedürfnisse werden nicht mehr befriedigt, niemand nimmt mich in den Arm und lobt mich mal. Ich darf mich nicht gehen lassen, mir ist das Lachen vergangen und trotzdem muss ich den anderen immer wieder den erfolgreichen Geschäftsmann -oder die perfekte Ehefrau- Vorspielen. Es ist hoffnungslos!“

ausbleibende Regeneration

Dreht sich diese Spirale des alltäglichen Wahnsinns immer weiter, kann sich der Körper und die Psyche nicht mehr erholen, die Regeneration bleibt aus und der Mensch gerät aus dem Gleichgewicht!

Auf psychischer Ebene bedeutet das ein Mangelerleben. Bedürfnisse nach Zuneigung, Gesehen-werden, Berührung, und Zärtlichkeit werden nicht mehr befriedigt. Die persönliche Identifikation findet keine Bestätigung mehr. Seelische Kälte und Ohnmacht breiteten sich aus.

Auf körperlicher Ebene kommt es zu wechselnden Sprüngen bei Blutdruck und Puls. Aufgrund der schlechten Ernährung und mangelnder Bewegung zu Durchblutungsstörungen und Übersäuerung von Gewebe. Wegen Verdauungsstörungen und Überlastung der Leber sammeln sich Schlackestoffe und Zellgifte an. Die DNA-Replikation und die Proteinsynthese werden negativ beeinflusst. Das Immunsystem ist überlastet. Der Informationstransfer der B- und T-Immunzellen ist gestört. Als Folge entstehen Krebszellen die vom Organismus nicht mehr erkannt werden, die Eliminierung der Schadzellen findet nicht mehr statt. Der Supergau beginnt.

Aber wieso erkranken immer mehr Kinder an Krebs?

Die haben doch noch relativ wenig Lebenserfahrung und andere Ausgangsbedingungen! Ja, das stimmt, bei Kindern sieht die Lage etwas anders aus. Kinder sind im Wachstum, körperlich, geistig, seelisch. Kinder benötigen Erziehung. Sie müssen sich aber auch entfalten können. Wird diese Entfaltung blockiert, kann es kritisch werden, nämlich dann, wenn die Eltern ihre eigenen Probleme auf die Kinder übertragen.

eigene Erfahrungen

Hierbei muss ich mir auch selbst an die Nase fassen, unser Sohn ist mit drei Jahren an Leukämie erkrankt. Ich kann mich noch an die Zeit davor erinnern: unser Sohn war mit meiner Frau zwei Monate bei der Verwandtschaft in Thailand. Ich kam erst in den letzten vier Wochen dazu. Es gab Spannungen mit meinen beiden Stieftöchtern, die in Bangkok leben. Unser kleiner Sohn wollte herumtollen und spielen, konnte sich aber im Haus meiner Schwägerin nicht so frei bewegen, wie er wollte. Meine Frau stand unter enormen Druck und wir hatten Eheprobleme. Schon vorher war unser Sohn öfters krank gewesen und auch nach unserer Rückkehr in Deutschland, bekam er wieder eine Erkältung. Im Kindergarten hatte er Sprach- und Kontaktprobleme. In dieser Zeit fühlte ich mich von ihm genervt, ich war arbeitslos und plante gerade mich selbstständig zu machen. Möglicherweise hatte er gespürt, dass er in dieser Zeit eine Belastung für uns war. Meine Frau und ich waren demotiviert und depressiv. Anscheinend hatten wir damals unseren Sohn zu sehr eingeschränkt und ihm nicht die notwendige Liebe und Aufmerksamkeit schenken können. Nachdem wir ihm dann auch noch eine Grippeimpfung verpassen ließen, brach die Krebserkrankung aus.

Bedeutung der Familie

In den darauf folgenden Jahren in der Kinderklinik ist mir aufgefallen, dass viele an Krebs erkrankte Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen stammten. Ich hatte das Gefühl, dass sie in der Familie zu sehr kontrolliert bzw. ausgebremst wurden und in dieser Phase eine Belastung für die Eltern darstellten. Mit der Zeit gewann ich den Eindruck, dass die Kinder die noch rebellierten und aktiv waren, gute Chancen auf Heilung hatten, während bei den angepassten, ruhigen einige verstorben sind.

Welche Heilungsmöglichkeiten gibt es?

Den meisten kommen wohl jetzt die Begriffe Chemotherapie und Bestrahlung in den Sinn. Manche denken wohl auch an Homöopathie, alternative Heilmethoden oder spirituelle Heiler. Wichtig ist es nicht halbherzig an die Sache ran zu gehen, denn es geht um die Wurst! Ohne ganzheitliche Vorgehensweise wird es wohl auch keine Heilung geben.

Um nochmal den Vergleich mit den Terroristen zu benutzen: Funktioniert der ganze Staat (Mensch), sind alle Gruppen (Körperzellen und Gefühle) voll in den Staatenbund integriert, wird niemand benachteiligt, ist jeder mit seinem Dasein zufrieden, dann ist kein Terroranschlag mehr notwendig.

Was bedeutet das?

Eine körperliche Anwendung alleine wird langfristig nicht zum Erfolg führen, wenn nicht auch das soziale Umfeld und die Lebenssituation verändert wird!

Der Patient muss stabilisiert werden und einen Weg zu seinem Inneren Gleichgewicht finden!

Wie baue ich ein stabiles Immunsystem auf, wie stärke ich den Erkrankten?

Indem ich den Menschen in der Entfaltung seiner Persönlichkeit unterstütze. Dem Kranken sollte es ermöglicht werden, seine bisher ungeliebten Anteile zu verwirklichen.

Bei den Kindern und vor allem an meinem Sohn habe ich erlebt, wie wichtig es ist, auf Bedürfnisse einzugehen. Meine Frau und ich waren jeden Tag bei ihm im Krankenhaus. Ich hatte dazugelernt und genau die Spiele mit ihm gespielt, die er wollte. Die soziale Betreuung, Klinik Clowns und die Elterninitiative haben uns unterstützt, fachlich und emotional. Dadurch wurde es möglich Differenzen mit meiner Frau auszugleichen sowie Harmonie und Zuversicht aufzubauen. Manchmal hat mein Sohn mich an die Hand genommen und ging frohen Mutes mit mir zur Spielmatte, um zu spielen. Die Infusionsschläuche haben ihn dabei nicht besonders gestört. Ich glaube, er hatte nicht das Gefühl krank zu sein, vielmehr genoss er es, dass alle sich Zeit und Muse für seine Bedürfnisse nahmen. Wir waren lange mit anderen Kindern und deren Eltern in der onkologischen Klinik, wir waren eine gute Gemeinschaft. Es wurde kaum gejammert. Manchmal flossen auch Tränen, trotzdem haben wir uns gegenseitig motiviert und gestärkt. Ja, wir haben auch Raum für Freude geschaffen, gelacht und schon mal einen Witz gemacht.

Die Ärzte und das gesamte Klinik-Personal waren sehr freundlich und verständnisvoll. Die Sozialarbeiter und die Elterninitiative boten immer wieder Hilfe für die Familien an. So wurde bei Wohnungsproblemen geholfen, finanzielle Unterstützung beantragt und psychologische Gespräche angeboten.

Verlauf

Um die medizinische Behandlung wird man in den meisten Fällen nicht herumkommen, aber wie bereits erwähnt, ist das soziale Umfeld genauso wichtig. Eine psychologische Beratung und/oder Therapie sind unerlässlich, egal ob ein Kind oder ein Erwachsener erkrankt ist. Wenn der Patient fühlt, dass er sein darf, ohne anderen oder einem System genügen zu müssen, wenn er spürt, dass er mitsamt seinen Schwächen und Lastern (die ja oft noch die Erkrankung provoziert haben) akzeptiert wird, wenn sich die ihm verpasste emotionale Zwangsjacke auflöst, dann kann die Heilung beginnen. Wichtig ist, dass aus einem „du musst“ zunehmend ein „du darfst“ wird.

Kranke wollen Rückzugsmöglichkeiten

Oft ziehen sich Krebskranke vor der Öffentlichkeit zurück, zum einen möchten Sie Zeit für sich selbst haben, zum anderen möchten Sie sich vor dummen Fragen und halbherzigem Mitleid schützen. Häufig läuft das so ab: ein Bekannter X beginnt mit der typischen Frage:“ Wie geht es dir?“ Dann kommt eine Antwort des Kranken und schon folgt der Kommentar des Bekannten X:“ Ja, mein Verwandter XY hatte auch Krebs und die Behandlung war ebenfalls schlimm…“ (Oder so ähnlich) das ist kontraproduktiv! Der Bekannte X hat sich hier nicht dem Kranken gewidmet, sondern er hat nur (unbewusst) die Gelegenheit genutzt, um seinen eigenen Ballast loszuwerden.

Kein Druck durch Verbote

Genauso unsinnig finde ich es, Patienten mit Verboten zu belegen. Selbst Krebskranken das Rauchen zu verbieten, bringt nichts! Der Patient hat ein Bedürfnis und dieses Bedürfnis erzeugt einen emotionalen Druck und der sucht (falls dieses Bedürfnis nicht gestillt werden kann) nach einem Ventil —> in diesem Fall ist das die Zigarette. Wird dieses Ventil geschlossen (durch das Verbot), muss sich der Druck ein neues Ventil suchen. Und glauben Sie mir, wenn jemand sich (unbewusst) ruinieren will, wird er immer einen Weg dazu finden. Wenn sie aber dem Patienten wirklich helfen wollen, sollten Sie gemeinsam mit ihm versuchen, herauszufinden, was diesen Druck erzeugt, welches Bedürfnis nicht gestillt werden kann. Wenn sie einen Weg finden, das Bedürfnis stillen, baut sich der Druck langsam ab und das Verlangen nach der ungesunden Zigarette erlischt vielleicht von alleine.

die Krankheit integrieren

Krebs kann nicht besiegt werden, er ist ein Teil von uns selbst. Letztlich zeigt der Krebs das Potenzial, das sich aus einer einzigen Zelle entfalten kann. Krebs ist auch eine Chance. Wenn wir die Hintergründe verstehen lernen, den Mut finden, den Spiegel unseres Seins zu betrachten, uns von den Zwängen und Beschränkungen lösen, dann können wir dieses Potenzial für ein ausgeglichenes, gesünderes Leben nutzen. (siehe auch Beitrag Krankheit entsteht.) Heilung erfordert eine Reduzierung der Abgrenzung, Heilung bedeutet Öffnung zu den Mitmenschen, Heilung braucht Liebe und Zuwendung. Zum Abschluss möchte ich einige Worte Jesu aus dem “ Neuen Testament“ zitieren:

“ Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“

In diesen Worten steckt viel Weisheit. Es heißt nicht:“ mehr als dich selbst.“ Es geht also nicht um Aufopferung … und indem “ wie dich selbst“ kommt zum Ausdruck, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben. Denn nur wer gelernt hat, sich selbst und das Leben zu lieben, kann auch andere lieben. Unerfüllte Liebe bewirkt Zerstörung, erfüllte Liebe Bereicherung!


Wenn ihr meinem Sohn jetzt mal begegnen solltet, werden ihr wahrscheinlich nicht bemerken, dass er an Krebs erkrankt war und eine Stammzelltransplantation erhalten hat. Letzte Woche hat er bei einem Fußballturnier der F-Jugend mitgespielt.


 

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