Kommentare 0

Selbstheilungskräfte

Was sind Selbstheilungskräfte?

Können wir uns selbst heilen? Brauchen wir dazu spezielle Medikamente? Wie haben es die Menschen in der Steinzeit und im Mittelalter geschafft zu überleben? Wo liegt das Geheimnis?…

Errungenschaften der Evolution

Haut

Die Menschheit hat ca. 2 Millionen Jahre Evolution überstanden. In dieser Zeit haben Naturkatastrophen, Tiere und Seuchen mit Bakterien, Viren, Pilzen etc. versucht uns zu zerstören. Trotzdem haben die Menschen durchgehalten und sich sogar vermehrt. Schließlich haben wir ja ein Abwehrsystem. So wie sich unsere Umwelt verändert hat, Viren mutierten, so hat sich auch unser Immunsystem angepasst. Wie funktioniert das nun?

Zum einen hat unser Körper natürliche Barrieren aufgebaut:

  • so werden wir z.B. von unserer Haut umhüllt, ein lebendiger Überzug bei dem die Körperzellen von innen nach außen geschoben werden! Bei diesem Prozess die älteren Zellen von den jüngeren nach außen gedrängt, sterben ab und bilden für eine Weile die äußere Deckschicht (Hautschuppen). Diese relativ trockene und tote Schutzschicht bildet für feindliche Mikroorganismen -im Normalfall- recht schlechte Ausgangsbedingungen zur Vermehrung.
  • Die Körperöffnungen wie Mund, Nase usw. werden von einer Schleimschicht (Schleimhäute) geschützt. In den Atemwegen verhelfen kleine Flimmerhärchen unerwünschte Stoffe nach außen zu transportieren und im Magen werden mit-verschluckte Parasiten von der Magensäure kaputt geätzt.

Aber manchmal schaffen es einige Angreifer mit diversen Tricks doch in unseren Körper einzudringen und sich zu vermehren. Dann ist unser Immunsystem gefordert. Das untergliedert sich in ein “unspezifisches“ und ein „spezifisches“ Abwehrsystem.

Unser Immunsystem

Das unspezifische umfasst vor allem die Fresszellen (= Phagocyten z.B. Granulozyten, Makrophagen). Diese prüfen ob Freund oder Feind und fressen Letzteren einfach auf. Weil dabei oft nicht alle Feinde erwischt werden, kommt dann das spezifische Abwehrsystem zum Zuge. Das Besondere an diesem System ist, dass es lernfähig ist, also ein immunologisches Gedächtnis aufbaut und über spezielle Steuerungsmechanismen verfügt. Hierbei kommunizieren verschiedene B- sowie T-Lymphozyten miteinander und können so ganz gezielt gegen bestimmte Krankheitserreger vorgehen. Diese werden anhand von Bruchstücken aus deren Zelloberfläche identifiziert. Ist zum Beispiel eine Tuberkulose-Erkrankung überstanden, haben die Immunzellen gelernt, diese gezielt abzuwehren und beim nächsten “Tuberkel-Bakterien-Angriff“ werden diese von einer gut ausgerüsteten Immunarmee empfangen und niedergemacht bevor, es zu einer Erkrankung kommt. (Oft bemerken wir das gar nicht!)

wenn wir über das Ziel hinaus schießen

Also alles paletti? Nicht immer! Manchmal funktioniert es nicht richtig. So kann es vorkommen, dass unser Abwehrsystem zu viel des Guten tut: Autoimmunerkrankung (Selbstverletzung) oder Allergien (mit Kanonen auf Spatzen schießen) sind die Folge.

der Feind in unserem Körper

Konnte unser Körper die feindlichen Krankheitserreger nicht am Eindringen hindern und haben diese sich stark vermehrt. Dann waren wir zu schwach und werden krank.

Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten:

1.)  wir schaffen es nicht die Krankheit loszuwerden, es kommt zur Verschlechterung des Zustands und letztendlich zum Tod.

2.)  wir kämpfen gegen die Krankheit an und werden irgendwann wieder gesund.

Im Fall 2.) hat unser Körper auch noch weitere Hilfsmittel im Angebot:

  • verstärkte Durchblutung, Weitstellung der Blutgefäße, Erhöhung der Herzfrequenz, womit die Zirkulation und Effektivität der Immunzellen verbessert wird.
  • Fieber : Steigerung der Körpertemperatur, dadurch wird die Reaktionsgeschwindigkeit der biochemischen Prozesse um ca. 50 % erhöht, die Quartär-Struktur der Proteine wird unter anderem durch das Lösen von einigen Wasserstoff Brücken-Bindungen verändert… Die Zellwände der Bakterien werden instabil, enzymatische Vorgänge werden beeinflusst.
  • Schwitzen, Regulierung der Körpertemperatur, beschleunigter Abtransport von Zersetzungsprodukten (Schlacke).
  •  Kurzfristig gesteigerte Nieren- und Darmtätigkeit, um jetzt weniger wichtige Schlackestoffe aus dem Körper zu entfernen (→ Durchfall, „die Scheiße loswerden“). Anschließend die Konzentration auf das Wesentliche (Bekämpfung der Krankheit). Der Körper braucht viel Energie für den Heilungsprozeß, die Verdauung wird zurückgefahren, die Sinneswahrnehmungen lassen nach, wir werden müde.
  • Ganz wichtig Schlaf/Ruhe: das „sympathische“ Nervensystem ausruhen lassen (einsparen von Energie durch verringerte Muskelbewegung), dem „parasympathischen“ System Energiereserven zur Verfügung stellen (in der Ruhe liegt die Kraft).

der Drang zu Medikamenten

Bisher war noch nicht von Medikamenten die Rede, einfach aus dem Grunde um zu zeigen, über welche Möglichkeiten unser Körper verfügt, gerade weil in heutiger Zeit viel zu schnell zu pharmazeutischen Keulen gegriffen wird. Die pharmazeutischen Produkte haben durchaus ihre Berechtigung in bestimmten Anwendungsfällen. Muss ich aber bei jeder Erkältung gleich Antibiotika schlucken? Braucht die Pharmaindustrie noch mehr Geld?

Ein Problem liegt auch in unserem Wirtschafts- und Gesundheitssystem. Ist ein Arbeitnehmer krank (zum Beispiel Erkältung) muss er direkt zum Arzt gehen, um sich einen gelben Schein führe den Arbeitgeber zu holen. Der Arzt wiederum fühlt sich genötigt, eine Diagnose nach ICD-10 zu stellen und dem Patienten ein Medikament zu verordnen. Wie so kann sich der Arbeitnehmer -in so einem Fall- nicht einfach mal für drei Tage ins Bett legen und sich auskurieren?

Ein alter Mann hat mal zu mir gesagt: „Eine Grippe dauert mit Medikamenten 7 Tage und ohne eine Woche!“

Erholung und Genesung

Meiner Meinung nach ist tiefer Schlaf die beste Medizin, denn dabei kann sich der Körper regenerieren. Krankheit entsteht oft durch Stress oder eine unausgeglichene Lebensweise. Wenn wir krank werden ist dies ein Zeichen dafür, dass wir eine Pause machen sollten und uns auf unseren Körper/Seele besinnen müssen. Zeit für uns zu nehmen, die innere Einkehr, Meditation und genügend Schlaf haben dann Priorität. Schließlich können wir dann besser auf uns achten, die Ernährung optimieren, Suchtmittel wie Kaffee, Nikotin, Alkohol usw. reduzieren.

Damit geben wir dem Körper die Chance zur Genesung. Der körperliche Stress baut sich ab. Das Immunsystem konzentriert die Energie auf die Bekämpfung der Krankheitserreger, die Krankheit wird besiegt. Der Mensch „fährt einen Gang zurück.“ Nach überstandener Erkrankung ist es wichtig, die verbrauchten Energiereserven wieder aufzufüllen. Um einen Rückschlag zu vermeiden, sollte die Aktivität l a n g s a m wieder hochgefahren werden. Nach einer Weile haben wir dann die volle Leistungsfähigkeit wieder zurückgewonnen … und beim nächsten Mal nicht wieder warten bis du „aus den Latschen kippst“, sondern schon bei den ersten Anzeichen von Erschöpfung einen Gang zurückfahren und den Selbstheilungskräften die Möglichkeit zur Entfaltung geben!

Schreibe eine Antwort